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Tee (Camelia sinensis)

Vorwort:

Dieses Thema wird wohl derart riesig werden dass es irgendwann auf einem separaten Blog ausgelagert wird. Dort wird es dann auch ein spezielles Ratingsystem wo diverse Tees von diversen Anbieter knallhart beurteilt werden. Und zwar so hart dass es einem leidtun kann… aber man bekommt was man verdient, nicht was man unverdient bewirbt. So will es die Wahrheit und die Wahrheit ist nicht immer ein Zuckerschlecken und auch nicht immer ein Teedrunk. Selbstverständlich ist mir völlig klar dass ein Urteil immer eine persänliche Liebhaberei sein kann und nicht zwingend allgemeingültig sein muss. Da kann ich die Kritiker beruhigen, ich habe noch nie eine Partei vertreten und beim Tee erst recht nicht. Mir ist egal was er kostet oder von wem oder von wo er ist, solange er gut in der Tasse oder im Krug ist, dann wird er knallhart so bewertet werden wie er es verdient. Ausserdem mag ich grundsätzlich alle Tees und kenne ihre Charakteristiken mittlerweile nach jahrelangem Teegenuss sehr genau. Es wird nichts bevor noch benachteiligt, sondern nur strikt das genaue Profil aufgezeigt und erwähnt wie hoch man es einstufen kann und weshalb es so eingestuft wird, also volle Transparenz. Das Profil wird irgendwann mithilfe einer Ammoniten-Schale grafisch dargestellt und als logarithmische Knotenpunkt Skala (identisch mit einer Spirale des Schneckenhauses) grafisch sichtbar gemacht. Wie das genau geht schwebt zwar schon im Kopf aber bisher noch keine genauen Infos. Klar ist, um das zu realisieren braucht es tiefgreifende Tests und erst muss das gesammte Profil bekannt sein, sowas braucht je nach Tee bis zu 100g Teesubstanz, da es auf verschiedene Art und Weise zubereitet (z.B. Temperatur, Art des Wassers, Art des Teekruges, Trinkeigenschaften, Brüheigenschaften u.a)  und aufgebrüht werden muss und mehrfach genau verkostet. Also ihr sehr, ein echter Test ist ein echter Test und alles andere ist halt nicht so ganz das Wahre.

Erst nach intensivem Test und wenn alle Knotenpunkte klar sind, könnte es grafisch übertragen werden, aber das kommt alles irgendwann später. Selbstversändlich würden nicht nur die materiellen sondern auch die sehr feinstofflichen und geistigen Eigenschaften  (also wie man sich fühlt während und nach dem Genuss und wie es auf einem einwirkt) dargestellt werden. Selbstversändlich kann man alles in der Einfachheit haben und sagen „solange die Gesellschaft gut ist, dann schmeckt jeder Tee“ und „unter schlechter Gesellschaft schmeckt kein Tee“, das sind rein philosophische Grundsätze die ich zwar gut verstehe aber sie ziehen Drittpersonen mit ein und das hat mit dem Wesen des Tees ansich nichts mehr zu tun sondern sind eigentlich rein menschliche Aspekte. In so einem Fall kann man auch zusammen ein Cola Zero saufen und es käme vermutlich dasselbe raus. Genau deswegen muss man differenzieren und kann nicht das Wesen des Menschen mit dem Wesen des Tees vermischen. Davon abgesehen trinke ich mein Tee oft alleine und dann kann ich nur mich selbst „beweihräuchern“ aber nicht eine Drittperson. Kein Geheimniss dass ich mich gerne als „Asozial“ ansehe, denn ich bin nur sozial wenn ich es mag (ganz bestimmt nicht auf Knopfdruck) und es ist egal ob es ein Tee oder ein Mensch ist, auch ein guter Tee ist eine gute Gesellschaft… nicht nur ein Mensch. Auch ein guter Geist ist eine gute Gesellschaft, man muss auch manchmal diese Matrix aufbrechen was „Gesellschaft“ genau bedeutet, es ist etwas im positiven Sinne vervollständigt. Andere mögen hier differenzierte Ansichten haben und das natürlich ist ihre eigene Freiheit es anderes zu sehen, jedoch geht es nicht um deren Ansichten ansonsten würde es diesen Blog hier nicht geben.

Das Wesentliche um Tee als das zu sehen was er ist, sei es ein Wesen, eine gute Gesellschaft oder einfach ein gehaltvoller Drink, muss man erstmal zu seinen Wurzeln gehen und dieser Pflanze von grund auf die Ehre erweisen welche uns ein solcher Schatz liefert und natürlich auch alle Menschen welche oft mit höchster Hingabe diesen Tee verarbeiten und veredeln.

 

Die Tees werden grob in folgende Klassen unterteilt:

Grüntee

Chinesische Grüntees

Japanische Grüntees

Zuerst einmal ein paar Begriffsgrundlagen damit man weiss was es alles gibt, denn in Japan wird im Prinzip überall die gleiche Teeart angebaut. Die Unterschiede sind nur im Detail klar erkennbar und nicht so deutlich wie bei chinesischen Tees. Es ist alles viel stärker normalisiert und industrialisiert, allerdings sind die feinen kleinen Unterschiede sehr entscheident.

Üblicherweise durchlaufen japanische Tees folgende Produktionsprozesse:

1. Pflücken, 2. Dämpfen (die japanische Art für den „Sha Quing/Kill Green“ Vorgang), 3. Trocknen, 4. Rollen (Formen), 5. Sortieren (Blätter und Stengel) wird fast immer maschinell gemacht, 6. Nochmals Trocknen (dadurch wird die Feuchtigkeit nochmals reduziert).

 Zairai-shu-Büsche:  Diese Kultivierung wird immer seltener, es sind Büsche die aus Samen gezogen wurden und nicht aus Stecklingen. Die Qualität geht damit deutlich rauf da es besser wurzelt. Die Meisten Büsche sind flach und schwach wurzelnd und werden regelmässig ersetzt zwecks Quantität und damit sie nicht zu gross werden bei den Ästen und  beim Stamm. Teepflanzen falls sie gross und alt werden, können eine staatliche Grösse erreichen, bis zu 30 Meter hoch, aber die kultivierten Büsche in den üblichen Teeplantagen sind kaum höher als 1.5 Meter, meist sogar unterhalb der Metergrenze. Zairai-shu Büsche werde oft noch von Hand geernet, das ist in Japan eine immer grössere Rarität da dort fast alles maschinell verarbeitet wird, auch bei der Ernte. Grundsätzlich findet man Zairai-shu Büsche welche von Hand geerntet werden fast nur noch bei hohen Lagen wo kaum eine Maschine rankommt. Ausserdem sind sie oft auch unter BIO (organic) Richtlinien angebaut, oft wird nicht einmal mit organischem Dünger nachgeholfen. Das ist in Japan mittlerweile bei den BIO Anbauern fast schon eine Standart Mentalität, in China aber äusserst selten. Zairai-shu Büsche können sehr alt werden, fast so alt wie die originalen Gu Shu Bäume in Yunnan/China. Es gibt in höheren Lagen durchaus viele Büsche die mehrere hundert Jahre alt sind, auch in Japan, es ist aber eine echte Rarität. Stecklinge wurzeln nicht nur schlechter, sie können auch nicht so alt werden und sie werden meistens nach einigen Jahrzehnten aus diversen Gründen durch neue Stecklinge ersetzt. Das ist aber kein Problem, es ist wesentlich aufwendiger Bäume aus Samen grosszuziehen. Unter anderem auch weil Teepflanzen nicht pauschal Samen bilden, nur ältere und schwach beschnittene Bäume sind blühfreudig und produzieren daher Samen. Wenn man eine übliche Teeplantage anschaut dann sieht man nicht eine einzige Blüte und ohne Blüte logischerweise auch keine Samen. Teepflanzen sind sehr sensibel, nur glückliche Pflanzen produzieren Samen und eine stark beschnittene und zurechtgestutzte Stecklingspflanze ist ganz sicher nicht mit Glück bereichert. Das hat ein bischen den Charakter einer „Hecke“, auch die blühen äusserst selten da sie sich nicht wohl fühlen. Ich finde es wichtig dass man die Zusammenhänge ein wenig erkennt, da dem heutigen Zivilisationsmenschen die Naturgesetze immer fremder werden und kaum noch einer eine Ahnung hat.

Shincha: Auch bekannt als „Ichibancha“ (=Erstpflückung). Es ist die Bezeichnung für frischer Tee, üblicherweise darf nur Tee der nicht älter als 3 Monate ab Ernte ist als Shincha bezeichnet werden. Sobald es diese Zeitspanne übersteigt ist er nicht mehr frisch und auch kein Shincha mehr. Im Normalfall ist die Ernte von April bis Mai und daher ist es bis Juli und August noch als Shincha verkäuflich.

Shincha-Aracha: Minimal verarbeiteter frischer Shincha, der 5. und 6. Produktionsprozess wird hier nicht angewendet, dadurch ist es der frischeste aller Tees, allerdings auch anfälliger auf schlechte Lagerung da noch erhöhte Restfeuchte. Dieser Tee wurde traditionell vorallem von Farmern für den Eigenkonsum gebraucht da es nur minimal verarbeitet ist und sie eine einfache Verfügbarkeit hatten.

Sencha:

Gyokuro:

 

 

 

Pu Erh

Pu Erh stammt nicht von der handelsüblichen Camelia Pflanze ab sondern von einer Unterart genannt „Quingmao„. Wissenschaftlich gesehen handelt es sich hauptsächlich um die Sorte „Camelia sinensis var. Assamica„. Auch wenn sich die Pflanzen sehr ähnlich sind so ist es dennoch eine Abart davon und nicht identisch.  Auch die Variation „Camellia sinensis var. dehungensis“ ist im Süden Yunnans anzutreffen, oft in der Wildniss, also nicht kultiviert. Diese Variation ist an der Unterseite behaart und wird auch gerne als „Wilder Pu Ehr“ vermarktet. Für gepresste Pu Ehr Tees wird es aber selten verwendet aufgrund der sehr dicken ledrigen und haarigen Blättern welche die Verarbeitung schwierig machen. Ebenfalls verbreitet unter dem Namen „Ye Sheng“ was soviel heisst wie Urvater oder Urahne aller Tees ist eine wilde und daher unkultivierte Variante genannt „Camelia sinensis var. Assamica Kitam„. Kitam gilt als Vorläufer der var. Assamica und damit als die älteste bekannte Art der Teepflanzen welche wild in Yunnan wächst und es ist kein Hybrid. Eine eigene Art welche auch zu Pu Ehr verarbeitet wird ist Camelia Taliensis. Diese Art wird vorwiegend im Bezirk  Jing Gu von ethnischen Minderheiten (Dai und Yi) kultiviert. Im Vergleich zu „sinensis“ ist es aber extrem selten verwendet.

Raw-Sheng (roher Pu Erh): Shen heisst soviel wie „lebendig“ und bezeichnet ein Pu Ehr welcher nicht künstlich gealtert und gereift wurde. Er ist in China mit Abstand der beliebeste Pu Ehr und auch unter Sammlern am begehrtesten. Dieser Pu Ehr ist möglichst naturbelassen, wird daher auch als lebendig angesehen (gemäss dem Ausdruck). Man verzichtet hier auf künstliche Fermentationsvorgänge sondern versucht lediglich den Tee für die abschliessende Nachfermentation optimal vorzubereiten. Diese Nachfermentation kann sehr lange dauern wo sich der Tee entwickeln wird. Man sagt dass das Optimum bei etwa 20 Jahren liegt sofern es mit Stein (traditionell) gepresst wurde. Falls es per Maschine gepresst wurde ist der Tee viel dichter (daher auch “Eisen-Cake” gennant) und man nimmt an dass das Optimum bei diesen ungefähr 30 Jahre ist. Dieser Tee hat hohes Alterungspotential und kann auch mikrobiologisch deutliche Veränderungen erleben. Sheng Pu Erhs aus Steinpressung haben zwar das höchste Potential für eine Verbesserung, allerdings sind sie auch am empfindlichsten auf schlechte Lagerung. Lediglich Mao-Cha (looser Pu Erh) wäre noch empfindlicher aber er eignet sich grundsätzlich nicht für eine Lagerung länger als 5 Jahre und gehört in die Hände von erfahrenen Teeherstellern, sofern sie es mithilfe von Lagerung „altern“ wollen.

Je nachdem sofern ein Cake oder Brick (Ziegel) besonders dicht gepresst wurde, so dicht dass man es selbst mit einer Pu Ehr Nadel kaum noch abbrechen kann, ist es aber schon möglich dass das Optimum auch bei über 30 Jahren liegt, und je nachdem bis zu 50 Jahren betragen kann. Vorallem aber ist das Risiko dass es zum Abbau von Geschmack kommt um einiges kleiner da derart dicht gepresste „Eisen-Pressungen“ keine Luft durchlassen und daher schwer angreifbar sind. Zum Zubereiten sind diese mit maschineller Hydraulik hergestellten „Eisen-Pressungen“ zwar mit Abstand am umständlichsten und werden daher von vielen Leuten gemieden, aber sie haben grundsätzlich das höchste Lager und Alterungspotential und vertragen sogar eine Lagerung die etwas feucht ist (also tropisches Klima oder änliches). Besonders hohes Potential haben „Eisen-Pressungen“ von Bricks oder Cakes welche aus wildem Ye Sheng purple leaf (violette Blätter) stammen. Dort kann ich mir eine optimale Lagerzeit von bis zu 50 Jahren durchaus vorstellen. Sehr bekannt für „Eisen-Pressungen“ ist vorallem die Xiaguan-Factory (welche auch Vogelnester mit „Eisen-Pressung“ herstellt) aber auch andere Anbieter wie z.B. Yunnan Sourcing (z.B. Ye Sheng Variationen) und auch Nan Jian Tulin Factory hat manchmal Eisen-Cakes anzubieten. „Eisen-Pressung“ sagt zwar nichts über die Qualität des Materials aus, aber bei einer besonders langen Lagerung (über 20 Jahre) kann es von Vorteil sein. Allerdings sind alle Cakes oder Bricks, egal mit welcher Methode oder Lagerung welche über 50 Jahren alt sind lediglich Liebhaberei denn es beinhaltet keine geschmackliche Verbesserung mehr. Je nachdem kann es auch zum Abbau kommen, also auch beim Pu Erh gibt es ein Alterslimit. Nichtsdestotrotz ist es wesentlich älter als z,B. bei einem Wein, welcher bei einem solchen Alter nur selten geniessbar ist (und wenn, dann muss er am besten eiskalt, knapp über dem Gefrierpunkt und am besten auf dem Grund eines Sees gelagert werden).

Ripe-Shou (künstlich gereift): Shou Pu Erh sind vor allem im Westen oft importiert und werden dort gerne konsumiert, in China ist es meist nicht sonderlich begehrt. Diese Teeart wurde in den 1970er Jahren erfunden, ist also noch sehr jung. Dabei erfand man einen Herstellungsvorgang um den Prozess des Alterns stark zu beschleunigen mit teils eher selten vorkommenden Geschmacksnuancen (z.B. gedörrte Früchte oder Datteln). Sie haben heute auch ihren festen Platz bei den Pu Ehr Tees, leider aber ist es nur etwas für Experten. Fehlerhafte „ripe“ Pu Erhs können sogar gesundheitschädlich sein da sich oft die falschen Pilze und Bakterien niedergelassen haben. Solche minderwertigen Pu Erh kann ein geübter Experte leicht herausschmecken, denn sie schmecken meist deutlich erdig (ein bischen wie Kompost), oft mit dem Geruch von abgestandenem Tintenfisch oder auch Schimmelgerüche und vieles mehr. All diese unangenehmen Gerüche sind ein Anzeichen dafür dass es sich um einen sehr minderwertigenTee handelt. Das Schlimmste ist aber dass im Westen die allgemeine Annahme existiert dass ein „ripe“ Pu Erh oder allgemein Pu Erh (es wird oft nicht einmal unterschieden) erdig riechen soll. Das ist falsch… ich kann nur sagen Hände weg von allem was unangenehm riecht! Gute Ripe Shou-Pu Ehrs haben den Geruch gedörrte Früchte und oft ein deutlicher Nachgeschmack in Form von Hui Gan (eine komplexe Süsse), sie haben so gut wie gar keine erdigen Gerüche und schon gar nicht schimmelig, faulig oder fischig. Das Alterungspotential ist gering, es mag aber sein dass bestimmte störende Aromastoffe mit der Lagerung verschwinden können, daher eine mögliche Verbesserung. Eine Nachfermentierung (mit mikrobieller Anreicherung) ist auch möglich, allerdings mit eher schwachem Potential. Das mögliche Optimum ist mit etwa 10 Jahren Lagerzeit erreicht, danach ist eine Verbesserung sehr unwahrscheinlich. Andererseits sind gut gelagerte und hochwertige Shou Pu Erhs sehr stabil und es findet kaum eine Verschlechterung statt, auch wenn das Optimum an Lagerzeit überschritten ist. Falls der Shou Pu Erh schlecht ist, dann ist er entweder bereits ab Herstellung von minderwertiger Qualität gewesen oder sehr schlecht gelagert.

Pu Erh-Ausrdücke und was sie bedeuten:

 

Taidi-Cha: Das sind in Terrassen gepflanzte Plantagenbäume, die tiefste aller Qualitäten, daher oft als günstiger Alltagstee getrunken. Die Blätter dieser Bäume können leicht reissen beim Reiben und der Tee ist meistens von hoher Adstringenz begleitet mit eher mässiger Bittrigkeit.

XIaoshu: „Kleiner Baum“, die häufigsten Bäume welche weniger als 100 jahre alt sind.

Shen Tai-Xiaoshu; „Natürlich gewachsene Bäume“, das sind Bäume welche zwar jung und klein sind aber oft zwischen Dashu oder Gushu in einer naturnahen Umgebung wachsen und sofern sie älter werden reifen sie zu Dashu oder gar Gushu heran.

Dashu: „Grosser Baum“. Im allgemeinen meint man damit Bäume die mindestens 100 Jahre alt sind. Im Gegensatz zu Gushu haben sie feinere und dünnere Blätter, sie können beim Reiben leichter reissen als bei Gushu, die Blattfarbe hat nur wenig Kontrast.  Der Geschmack ist süsslicher als bei Plantagentees, und die Bittrigkeit meist etwas höher, die Adstringenz meist reduziert.

Gushu:  „Alter Baum“. Zu dieser Gruppe werden Bäume ab 300 Jahren gezählt, sie werden auch gerne als „Ancient Tree“, also sehr alter Baum bezeichnet. Die Blätter echter Gushu Bäume sind kontrastreich mit haarigen weisslichen Knospen und Blattspitzen. Die Blätter sind dick und ledrig und sind beim Reiben sehr beständig. Der Geschmack der Blätter ist generell ziemlich bitter aber auch sehr süss mit sehr schwacher oder gar keiner Adstringenz.

Arbor: Im allgemeinen meint man damit vor sehr langer Zeit verlassene Plantagen die meist sehr alte Bäume beherbergen. Es kann aber auch heissen dass man sie nicht gestutzt hatte und daher haben sie noch einen einzigen Stamm und nicht einen geköpften Mittelstamm wie seitllich viele Ästchen rauswachsen.

 

Wild:

Oolong

Weisser Tee

Gelber Tee

 

Camellia ptilophylla.

 

Junshan Yinzhen (Silbernadel aus Junshan):  Das ist der bekannteste Gelber Tee welcher in der Provinz Hunan angebaut wird. Der Körper ist leicht bis mittel und er ist von der Charakteristik her irgendwo zwischen Weiss und Grüntee. Vom Körper her Kräftiger als Weisstee aber schwächer als Grüntee. Leider ist nahezu aller Junshan Yinzhen eine Fälschung denn es kommt nicht aus dem originalen Gebiet bei der Junshan Insel innerhalb des Dong Ding Sees. Nur dort wächst das absolute Original welches auch unter sehr natürlichen Aufwachsbedinungen heranwächst. Es werden kaum irgendwelche Düngemittel eingesetzt, egal ob chemischer oder biologischer Natur und auch so gut wie keine Pestizide und Herbizide, also sehr natürlich. Ausserdem waren diese Bäume alle aus einem Samen entstanden und nicht aus einem Steckling. Bäume die aus einem Samen entsprungen waren die haben viel tiefere und stärkere Wurzeln und sind nicht so kurz und oberfllächlich wie die Wurzeln von Stecklingen. Tiefere und grössere Wurzeln können mehr Nährstoffe und schmackhafte Mineralien aufnehmen und dadurch wird der Tee aromatischer. An diesem Ort entsteht aufgrund diesen Faktoren der wohl beste gelbe Tee denn es gibt.

Die Anzahl Fälschungen welche ebenfals als Junshan Yinzhen verkauft werden reissen nicht ab und wahrscheinlich sind mittlerweile mehr als 90% der Junshan Yinzhen ausserhalb der Insel im Dong Ding Lake gezogen worden. Meist mit hohem Pestizid und Herbizideinsatz, natürlichen oder chemischen Düngemitteln, und aus Stecklingen gezogen. Diese Tees sind grösstenteils nicht einmal ein echter Gelber Tee da es von der Verarbeitung her praktisch wie Grüntee verarbeitet wurde und auch ähnlich schmeckt, allerdings mit schwächerem Körper ähnlich dem eines Weisstees. Der Preis welche für diese Fälschungen erzielt werden ist meist deutlich zu hoch und es ist oft ein grosses Geschäft. Leider ist die Preisfrage meist eine Frage der Popularität und sobald einmal etwas populär wurde ist der Preis sehr hoch, gleichzeitig aber geht die Qualität immer weiter runter bis es irgendwann selbst dem abgebrühtesten Fan zuviel wird und es kann langsam wieder an Popularität verlieren. Es ist aber erstaunlich wieviel es leiden mag, solange das richtige Image eines Namens gepflegt wird. Die richtige Bezeichnung für Weisstees der Kategorie „Yinzhen“ (=Silbernadel) welcher ausserhalb von Junshan grossgezogen wurde heisst „Yinzhen“ (Silbernadel), falls es ein Yinzhen mit Yasmin-Tränkung ist dann heisst es „Moli-Yinzhen“ (Jasmin Silbernadel).

Es gibt natürlich noch andere Faktoren wieso der originale Junshan Yinzhen soviel besser ist. Auch die Qualität der Erde ist von grosser Bedeutung denn sie ist stark mineralisiert und hat unter anderem ein hoher Kalkgehalt welcher ebenfalls zum Geschmack beiträgt. Sofern ein Tee gedüngt wurde, wird er zwar viel grösser und wächst schneller, da eine Pflanze von Grund auf nach „Stickstoff“ lechzt, das ist deren Natur und eine Überlebenstrategie. Es ist aber am besten wenn sie so wenig Stickstoff wie möglich kriegt weil sie dann viel mehr wertvolle Nährstoffe wie Mineralstoffe und Polyphenole in sich einlagert und dadurch wird der Tee viel aromatischer und hochwertiger. Man sieht also ganz klar dass ich Quantität sehr schlecht mit Qualität verträgt. Dann kommt noch dazu dass die Verarbeitung zu einem Gelben Tee ein immer noch gut behütetes oder vergessenes Geheimniss ist welche nur teilweise bekannt ist und es ist ein schwieriger Vorgang der viel Erfahrung und Feingefühl erfordert. Ursprünglich wurde dieser Vorgang von Mönchen erfunden und ausgeführt und erst viele Jahrhunderte später wurde es von den Industrien übernommen und in „Grossproduktionen“ hergestellt. Aber die meisten dieser Produktionen kommen nicht an eine authentische Verarbeitung ran oder sie sind nicht einmal ein richtiger „Gelber Tee“.

Man kann also sagen, Gelbe Tees sind eine interessante Verarbeitungsform aber es ist eine sehr schwierige Sache ein richtig guter und echter Gelber Tee zu bekommen, also eine echte Herausforderung.

 

Roter (Schwarzer) Tee

Bemerkung:  Indien/Sri Lanka/Taiwan/Kenya/Nepal u,a. wird bis auf weiteres nicht eingegangen da es aus der Sicht des Autors zuwenig essentiell ist und weil es sich meist um Hybriden aus China handelt). Japan hat bei mir die Popularität aufgrund zuvielen Kontaminationen (ein steigendes Problem bei extremen Industrienationen) auch grösstenteils verloren, berücksichtigt werden nur noch die südlichen Gebiete im Bereich Kyushu. Dennoch ist es eine spezielle Kultivierung und es ist es wert darauf genauer einzusehen.

 

Gemäss chinesischer Philosphie und/oder chinesische Medizin sind folgende Attribute dem Tee beziehungsweise dem Teegenuss zuzuschreiben:

1. Verbessert allgemein das Nieren-Yang (erhöht Aktivität).

2. Stark fermentierter Tee wirkt erwärmend (Yang-Charakter) auf den Körper, schwach fermentierte Tees (Ying-Charakter) sind meistens kühlend. Ebenfalls ist ungerösteter Tee kühlend und je stärker es geröstet oder sonstwie erhitzt wurde desto mehr Wärme. Beim Raw Sheng Pu Ehr spielt auch die genaue Lagerung eine Rolle, wird der Tee warm und trocken gelagert wirkt sich das wärmend aus. Wird der Tee hingegen eher kalt und feucht gelagert wirkt es sich kühlend aus, da dieser Tee die Umgebung langsam in sich aufnimmt. Allerdings kann nur Pu Ehr Lagerprozesse „in sich aufnehmen“, weil er noch in einem aktiven Fermentationsprozess ist (also lebendig) während andere Tees grundsätzlich keiner aktiven Fermentation unterliegen und daher zwar stabiler sind, jedoch auch nur noch sehr wenig neues in sich aufnehmen. Grüntees, Weisser Tee und Gelber Tee ist grundsätzlich immer kühlen, während Roter (= Schwarzer Tee), die meisten Oolong (wegen der Röstung) und künstlich gereifter (Wu-Dui-Methode = Nasslagerung) Pu Ehr immer wärmend ist aufgrund der starken Fermentation mit starker Wärmeentwicklung.

3. Verbessert das Qi (Lebensenergie). Dieses Attribut muss man spüren oder fühlen, denn es ist „geruchlos“, Es ist eine sehr feinstoffliche Eigenschaft welcher bei Einnahme des Tees von innen heraus vom Körper gefühlt wird. Reine und  sehr sorgfältig verarbeitete Tees haben oft ein hohes Qi. Grundsätzlich haben rohe Sheng Pu Ehrs das höchste Qi-Potential. Nicht umsonst bedeutet „sheng“ soviel wie „lebendig“.

Die allgemeine Wasserqualität

Sie spielt eine grosse Rolle. Es ist allerdings falsch dass Tees nur weiches Wasser mögen. Die optimale Wasserhärte kommt nach eigener Erfahrung auf den Teetyp an. Auf den Nachgeschmack hat die Wasserhärte keinerlei Einfluss, das kommt auf das Rohmaterial an und ist unabhängig von der Wasserhärte. Jedoch hat die allgemeine Wasserqualität auf alles einen Einfluss, auch auf den Nachgeschmack. Hingegen kann die Wasserhärte einen bestimmten Einfluss auf den Körper haben, da es direkt konkurriert oder sich ergänzt. Hier ist die optimale Balance wichtig um das Optimum zu haben.

Weich: Weisser Tee, Grüntees mit leichtem Körper, Japanische Grüntees (weil fast alle mit leichtem Körper). Gelber Tee.

Mittelhart: Grüntees mit moderatem Körper, Roher Pu Ehr Tee. Grundsätzlich als „Mittelweg“ für alle Teearten brauchbar aber nicht immer optimal (Tees mit sehr leichtem oder sehr starkem Körper sind benachteiligt).

Hart: Roter (= Schwarzer) Tee, „Ripe“ Pu Ehr Tee, Stark gerösteter Oolong

Somit ist der Mythos vom „alles braucht weiches Wasser da hartes Wasser so böse ist“, von meiner Sicht aus widerlegt. Was wirklich eine Rolle spielt ist die allgemeine feinstoffliche und energetische Qualität des Wassers, und was da manchmal aus den Leitungen kommt ist nur mit zitternder Stimme zu erwähnen. Auch Flaschenwasser ist nicht gut da es Stoffe aus der Flaschendwand herauslöst die ins Wasser gehen. Lediglich Glasflaschen sind akzeptabel da ein bischen Silizium das Wasser kaum belastet und grundsätzlich auch natürlich vorkommt. Bei den Filterkartuschen-Herstellern ist der Mythos aber sicherlich sehr beliebt denn es kurbelt ja die Verkäufe an.

Anstatt auf chemikalische Vorgänge zu setzen welche lediglich das Aroma verbessern könnten, nicht aber das Qi (es wirkt sich sogar negativ auf das Qi aus), sollte man besser das Wasser mit Aktivkohle „weicher“ machen sofern man es benötigt. Es reicht bereits aus wenn man eine Nacht lange ein Kohlestück in das Wasser einlegt und es in den Kühlschrank stellt… die Kohle setzt dabei die Härte runter. Besonders beliebt bei den Chinesen ist Bambuskohle. Kohle kann sogar Medikamentrückstände aus dem Wasser filtern oder reduzieren, und andere Rückstände, es ist also eine natürliche Wunderwaffe ohne dass es negative Effekte auf das Qi hat. Auch werden dabei keine unbekannten „Reinigungschemikalien“ freigesetzt denn keiner weiss was in den Kartuschen genau enthalten ist.

Perfekt wäre allerdings wenn reines Quellwasser verwendet wird. Manchmal wenn man viel Glück hat besteht auch das Hahnenwasser aus Quellwasser wie bei mir zuhause, weil es aus Quellwasser eingespiesen wird. Soviel Glück hat aber kaum jemand auf der Welt und es kommt nur bei wenigen Berg oder Voralpendörfern (wie bei mir der Fall)  vor dass noch echtes Quellwasser eingespiesen wird. Ich sehe es gerne als ein grosses Glück welches kaum bezahlbar ist, denn es gibt kaum gute Alternativen. Man müsste das Wasser endlos viele Kilometer wöchentlich von weit herholen (am besten aus Berggebiet) und in einem schweren Tongefäss transportieren. So machen es heutzutage fast alle besseren chinesischen Restaurants in China, weil sie kein gutes Hahnenwasser haben, sie aber genau wissen dass ihr Tee nur mit Quellwasser richtig gut wird.

Ideal wäre ein hochwertiges Tongefäss für die Aufbewahrung von Wasser. Dort ist das Wasser an einem kühlen Ort bis zu einer Woche problemlos haltbar. In allen Fällen sollten einige Kohlestücke reingetan werden, besonders bei Hahnenwasser ist es empfehlenswert es zuerst eine Nacht lange in ein Tongefäss zu tun und mit Kohle kurz stehen lassen, danach verbessert sich das Wasser und falls dem Wasser Chlor beigefügt wurde wird sich ein Grossteil damit verflüchtigen. Allerdings ist Chlor allgemein sehr schlecht für die Gesundheit, ein frischer Konsum sollte verhindert werden und das Wasser vorher ordnungsgemäss eine Nacht abgelagert mit vielen Kohlestücken (Bambus ist ideal weil es eine grosse Oberfläche hat). Ein absolutes Tabu stellt das reinigen von Teegeschirr dar (mit Ausnahme vom Teebrett). Der Krug und auch die Tasse haben mit der Zeit einen Teebelag und dieser Belag ist sehr wichtig für die optimale Harmonie zwischen Tee und Teegefässen. Dieser Belag besteht aus Mineralien und Stoffen welche sowohl aus dem Wasser wie auch aus dem Tee langsam herausgelöst werden. Sofern man diesen Belag entfernt dann zerstört man auch die Ion-Balance zwischen Tee und Gefässwand, und das schädigt danach den Geschmack weil man damit den Buffer-Effekt eliminiert. Also egal wie reinlich man ist, Finger weg vom  Belag und stets nur mit kaltem Wasser ausspülen, nicht abwaschen!

Allgemein gesehen sind Tongefässe auch für die Aufbewahrung von loosem Tee ideal, weil das Material als Buffer für Feuchtigkeitschwankungen, wie auch Temperaturschwankungen agiert und es bindet sogar schlechte Gerüche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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