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Liebe/Eros

Grundätzliches Schema der Liebe und wie ich es einordnen würde:

[Stufe 4] Agape: Göttliche Liebe, theoretisch die „wahrhaftige Liebe“, die absolut bedinungslose Liebe die man nur einem Gott oder einem Menschen gibt denn man für alle Ewigkeiten ohne jeden Funken von Zweifel lieben kann. Im alten Testament war Agape noch nicht vorhanden, dort war Eros die höchste Stufe da die Sünde ohne die Erlösung keinen direkten Zugang zur Göttlichkeit noch zur einer wahrhaftigen Form erlaubt. Das alte Testament befasst sich vorallem mit der Lüge, das neue Testament mit der Wahrheit und Agape ist Teil der Wahrheit, nicht Lüge. Agape umfasst sowohl das wirkliche wie auch das Unwirkliche.

[Stufe 3] Eros: Das ist die höchste Form der Liebe jenseits vom göttlichen, also es umfasst alles der Wirklichkeit zugehörige (umfasst nicht das Unwirkliche), es ist daher die höchste Form für alle die nicht gläubig sind. Liebe zum anderen Geschlecht (höherstufig, jenseits vom Trieb, Verschmelzung vom „Selbst“ mit dem oder des anderen). Diese Liebe ist theoretisch bei jedem X-beliebigen Menschen anwendbar, sie setzt kein „Trieb“ voraus.

[Stufe 2] Storge: Natürliche Liebe die man von Natur aus aufgrund von in die Wiege gelegte Begebenheiten hat z.B. Mutterliebe, Geschwisterliebe, Liebe zum Neugeborenen aber auch Liebe zum anderen Geschlecht (natürlicher Trieb). Hier gibts sehr viele verschiedene Bereiche die aber auf dem ähnlichen Level angesiedelt sind. Wobei die Mutterliebe (auch vice versa mit den Kindern) die höchste Form von „Storge“ ist und der natürliche Trieb die tiefste Form . „Erotische Liebe“ ist auch ein Trieb, auch wenn es oft in den Bereich Eros gesteckt wird, aber solange man keine „Verschmelzung“ erlangt hat und jenseits vom Trieb ist, fällt es für mich nicht in die Eros-Kategorie.

[Stufe 1] Phillia: Rein freundschaftliche Liebe, also man hört dem anderen gerne zu, man findet die andere Person symphatisch oder auf irgendeiner Art und Weise anziehend und angenehm. Man trinkt gerne Tee zusammen… u.a.

 

Liebe ist der Moment wo das Ich mit dem Anderen verschmilzt, wobei das Andere so gut wie alles sein kann. Im Zustand der Liebe stirbt ein Grossteil des Ich zugunsten dem oder des anderem. Liebe verbindet die Wirklichkeit mit der Wahrheit, demzufolge kann nur jemand wirklich lieben der sich mit aller Kraft der Wahrheit zuwendet. Liebe kreiert eine Verbindung mit dem anderen und demzufolge ist von diesem Moment an alles verbunden. Einen zu liebenden Menschen, der geliebte Wald oder auch nur ein einzelner Baum, absolut alles was keucht und fleucht und unser Herz bewegt. Die Liebe ist immer im spirituellen Sinne wirksam und wahrhaftig, aber niemals in der Gier. Sobald man anfängt etwas zu begehren, jemanden oder etwas besitzen zu wollen, jemanden oder etwas beherrschen zu wollen, dann ist es keine Liebe, dann ist es enstanden aus dem „Selbst“. Liebe kann man nicht besitzen und schon gar nicht zum selbst hinzufügen, wenn man das tut dann unterliegt man der Verblendung. Verblendung ist ein Attribut welches vorallem Geld und Gut betrifft weil es am einfachsten ist es sich eigen zu machen, also dem bröckeligen Selbst zuzufügen. Bei Mitmenschen wird es schwieriger aber auch das ist eine Sache die man besitzen kann oder zum Selbst dazufügen, indem man z.B. eine Abhängigkeit kreiert. Abhängigkeiten sind da um andere an sich zu binden und da man ihnen etwas anbietet was sie begehren z.B. Geld, sind sie oft bereit einem dafür zu lieben. Es reicht aber auch schon jemand unterwürfig zu machen, weil wenn man jemandem nur jeden Tag ein Brot gibt und dieser Jemand jeden Tag darauf hinweist dass es vom „Gütigen Spender“ kommt, dann wird dieser Jemande einem vielleicht die Füsse küssen und den Spender als sein Besitzer ansehen.

Das hat bereits gewisse Züge wie man es  bei Haustieren kennt, die lieben einem wenn sie ihr Fresschen bekommen, aber ist das wirklich Liebe? Nein…, das ist eine reiner Überlebensinstinkt [Storge]  aber fast jedes Haustier welches nicht wirklich geliebt wird kann an seelischer Verkümerung sterben. Selbst wenn es mit Freude sein Leckerli essen würde, aus purem Überlebensdrang, und das Herchen oder Frauchen als sein Besitzer oder Alpha-Dog ansieht so ist es dennoch keine Liebe. Je nach seelischem Zustand kann das Tier sogar jegliches Fressen verweigern oder je nachdem so krank werden dass nur noch ein Spezialarzt mithilfe von Antibiotika und bergenweise anderen Medikamenten noch schafft das Leben zu retten. Sollte das Tier aber zu lange leben, dann würde es wahrscheinlich auch nicht mehr helfen und es würde trotzdem sterben. Glücklicherweise leben aber nur Haustiere ziemlich lange aber die üblichen „Fleischmaschinen“, wie z.B. Fleischhennen, Eierhennen, Fleischrinder, Melkkühe, Mastsauen und weitere „Nutztiere“, also Tiere die auch was nützen, alles andere ist sofern man keine Liebe kennt nicht von Nutzen, diese Tiere leben derart kurz dass man sie nur mit Medikamenten vollpumpen muss damit sie meistens am Leben bleiben für ein volles Jahr. Nur die Melkkuh lebt um einiges länger deswegen ist bereits ein begrenztes „Liebesmanagement“ von Vorteil. Das bedeutet sie werden beim Namen genannt und bekommen je nachdem ein paar nette Worte z.B. „Reisli, hab dich lieb, gibst soviel Milch, so komm ich über die Runden“ und ähnliches. Also eine pure „Nutzniesser-Liebe“, aber es ist nicht das Tier sondern das Geld was man daran liebt. Geld zu lieben bedeutet sein Selbst aufblähen zu wollen, denn es kann sein „Selbst“ durch hinzufügen von Besitz erweitern. Nur wie gesagt ist das keine Liebe, es ist eine Illusion mit dem Namen Liebe, eigentlich eine Anti-Liebe. Eine Liebe zum Zweck, für das Selbst, und solange der Zweck nicht da ist auch ohne Reue. Die Liebe zu einem Tier kann nur dann wahrhaftig sein wenn das Interesse da ist ohne jegliche Hintergedanken, ohne des „Selbst“ willen, für das Tier da zu sein und so behandelt wie man selbst gerne behandelt wird. Aber nicht vergessen: Auf spiritueller Ebene, Geld ist für ein Tier bedeutungslos und Gut braucht es nur ganz wenig… Indirekt mag ein Tier zwar was kosten, aber das hat lediglich mit der Art und Weise zu tun wie das Gut systembedingt verwaltet wird, es stellt kein direktes Bedürfniss dar sondern nur „Mittel zum Zweck“. Sofern kein Geld da ist gibt es auch andere Mittel um zum benötigten Gut zu kommen, aber alles was wirklich notwendig ist das ist Liebe. Es gibt keine einzige Schöpfung wo das anders wäre… es ist überall von nöten.

Allerdings ist die Liebe zu einem anderen Menschen eine spezielle Form der Liebe. Indem man einen Menschen liebt dann akzeptiert man auch alle Attribute dieses Menschen, eines davon ist der freie Wille. Es steht jedem frei ob man überhaupt einen  anderen Menschen liebt, denn das einzige was man lieben muss, besonders als Mönch, ist der Schöpfer aber auch sein Werk, nicht das Werk seiner Schöpfung sondern nur sein Werk. Das bedeutet die Wahrheit in jedem zu lieben, egal was seine Schöpfung verbrochen hat oder egal wie sehr man es missbilligt, aber der grundlegene Respekt vor der Schöpfung sollte man nie verlieren, auch das ist bereits eine Form der Liebe aber natürlich nicht wahrhaftig und auch nicht vollkommen. Schlussendlich aber untersteht alles des Schöpfers Bestimmung, und wo dessen Bestimmung ist das erkennt man im Herzen und mit seinem Verstand, indem man die Wahrheit sucht. Sollte man die Bestimmung nicht erkennen oder ist sie aus irgendeinem Grund nicht vorhanden, kann stets nur die Verschmelzung mit dem „dem anderen freien Willen“ als legitim angesehen werden. Liebe der Stufe [Agape] ist grundsätzlich nur Leuten vorbehalten welche jenseits vom Profanen sowohl das Wirkliche wie auch das Unwirkliche Lieben, denn es ist eine Liebe die ewig währt und ohne jede Bedinung, es ist die Liebe Gottes, man muss daher auch an das Glauben was nicht wirklich ist aber dennoch allgegenwärtig.

Die Liebe zu allen anderen Dingen oberhalb von [Eros], Wesen und Sachen sind von spiritueller Natur, aber niemals körperlicher Natur. Wenn man z.B. einen Apfel gerne isst und das Gefühl hat dass man es liebt [Storge], dann ist es zwar auch ein körperlicher Akt der damit verbunden ist, aber es ist nur ein Spiegel des Selbst. Man hat eine Bereicherung und nennt es Liebe. Sofern diese Liebe wahrhaftig ist dann ist es einem egal ob man es isst oder nur anschaut… man liebt es in beiden Fällen. Die wahrhaftige Liebe ist also nicht an irgendeinen körperlichen Akt gebunden, sie überschreitet diese Grenze. Ultimativ ist die Liebe aber ein Spiegel des Schöpfers, wahre Liebe bedeutet auch den Schöpfer zu lieben und sofern der Apfel geliebt wird dann wird ein Teil dieser Liebe auch dem Schöpfer zuteil. Sofern man ein Gentech-Apfel liebt dann liebt man alles was damit in Verbindung steht. Nochmals zur Erinnerung: Liebe verbindet und verschmelzt das Ich mit „dem anderen“. Das würde bedeuten man liebt auch die Art und Weise wie man den Apfel hergestellt hat und würde sich auch gegen die Wahrheit des Schöpfers stellen. Liebe kann also eine extrem hohe Aussage beinhalten und ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sofern man aber den Apfel nicht liebt dann ist man lediglich das Bedürfniss des „Selbst“ am befriedigen und es kann nie eine Liebe sein, demzufolge wäre es einem auch egal wie der Apfel hergestellt wurde und es wäre sogar egal ob er gut schmeckt, weil es ist in  diesem Falle sowieso alles „Illusionsbehafet“. Das bedeutet dass der Apfel solange er genauso ist wie er ist, also z.B. Gross, fade, sehr süss u.a. dann ist es genau der Apfel denn man erwartet um sein „Selbst“ damit zu bereichern, denn es muss immer der eigenen Vorstellung entsprechen, der Apfel hat keine „Erlaubniss“ um anders zu sein als das was man erwartet. Andererseits, nehmen wir mal an dass man den Apfel und den gesammten Herstellungsweg liebt, dann liebt man auch sein unerwartet saurer Geschmack und sogar sein unschönes Aussehen. So abstossend und sauer aber dennoch ist er geliebt und weil er geliebt wurde erweckt er den höheren Geist im „Selbst“, dadurch verschmilzt das Selbst mit dem Apfel und es entsteht eine Liebe für diese Frucht. Und eins steht jetzt schon fest, dieser Apfel wird des gesündeste Apfel sein denn man jemals gegessen hatte, denn man  hat in so akzeptiert wie er ist weil er geliebt wurde, und dieser „Akt“ erzeugt spirituelle Energie und wird einen Effekt auf den Körper haben  der mehr wiegt als die rein materielle Ebene.

Es gibt durchaus  Menschen die praktisch nichts lieben können, im Extremfall geht das soweit dass sie ein psychopathischer Zustand erreichen wo jegliche Liebe in ihrem inneren gestorben ist. Dieser Zustand führt danach unwiderruflich zur Selbstzerstörung und kann auch bei allem was ausserhalb ist grossen Schaden anrichten. Dieser Zustand ist also sehr bedenklich und es hat vermutlich etwas mit dem [Eros] zu tun, welche die Liebesfähigkeit grundlegend bestimmt. Wieso aber manche von natur aus fähig sind zu lieben während andere einfach keine Liebe empfinden ist uns bis heute nicht genauer bekannt. Klar ist aber dass das Gehirn eine grosse Rolle spielt bei diesem Vorgang der „Liebesfähigkeit“. Ich denke aber auch, Liebe ist nicht einfach nur in die Wiege gelegt worden, Liebe kann man weitergeben und auch empfangen, Liebe kann man auch selbst durch positives Denken erschaffen. Sie wird grundlegend bei der Liebe zur Schöpfung vergeben und ist somit auch das Geschenk des Schöpfers, aber man muss es annehmen und man muss mit Herz und Verstand nach dessen Wahrheit streben, ansonsten ist die Chance ziemlich klein um das verlorengegangene Eros wiederzufinden. Aufgrund der Tatsache dass wir noch immer den freien Willen haben und wir uns selbst ins Abseits stellen indem wir kein Eros mehr zulassen. Gegenüber der Natur sind fast alle Menschen ohne Eros, also sie haben gänzlich die Liebesfähigkeit verloren und heften sich an ihre von ihrem Geist erschaffenen Matrix des materiellen und finanziellen Kapitals. Das Einzige was wirklich hilft diese problematische Situation zu bereinigen ist sich den moralischen und ethischen Werten zu verpflichten (und zwar ohne jegliche Hintergedanken, ohne illusionärem Selbstnutzen) und diesen Werten viel Gewicht zu geben. Es vermag uns zwar nicht immer den Eros zurückzugeben aber es begrenzt unsere Fähigkeit alles was wir nicht lieben Schaden zuzufügen. Es ist also essentiell an moralischen und ethischen Grundprinzipien festzuhalten, selbst wenn jegliches Eros gegenüber dem oder des anderen komplett inexistent ist. Nur so behalten wir unsere Menschlichkeit und ein intaktes Geisteswesen, es befähigt uns weiterhin nach der Wahrheit zu suchen und man wird sie auch finden wenn man mit Herz und Verstand alles unternimmt um die Schöpfung selbst in Abwesenheit von Eros mit höchstmöglichem Respekt zu behandeln.

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