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Kapital

Ja was ist eigentlich das vielgerühmte Kapital? Das was im allgemeine Kapital genannt wird ist finanzielles oder materielles Kapital, es gibt aber auch andere Formen des Kapitals. Zuerst möchte ich mal dessen Charakter erklären und was man in der modernen Form darunter versteht: Im Marxismus wird dessen Charakter relativ gut beschrieben und meist im Zusammenhang mit „kapitalistischer Produktionsweise“ gebracht, es ist aber auch eine allgemeine gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung in sämtlichen heutzutage vorhandenen Systemen. Was das heisst ist relativ simpel, die Produktion bedarf einer Kapitalisierung, dies wird üblicherweise von den Geschäftsbanken zur Verfügung gestellt im Austausch für Firmenanteile (nichts anderes als ein Schuldschein). Auch Aktionäre können einen Schuldschein erhalten welcher sich allerdings nach dem Marktwert der Firma richtet. Je nachdem hat die Bank sogar beides sowohl übliche Schuldscheine wie auch Aktien, also verschiedene Arten von Schuldscheinen. Schlussendlich aber geht es darum dass eine Firma damit kapitalisiert werden kann und die Vergeber des Kapitals können ihre eigene Kapitalisierung begünstigen, das wird Investition genannt. Es gibt grundsätzlich keine reiche, also stark kapitalisierte, Leute welche nicht investieren, das ist das Geheimnis ihres Reichtums, nur „arme“ Leute machen es grundsätzlich nie.

Danach wird mit diesem finanziellen Kapital eine Firma aufgebaut und Leute angestellt welche einen Teil dieses Kapitals kriegen als „Belohnung“ für ihre Arbeit. Leider aber hat das ganze im üblichen kapitalistischen System einen Haken: Den Arbeitern wird im Normalfall (keine Regel ohne Ausnahme) nur soviel bezahlt wie sie zum Leben brauchen, teils sogar weniger als das und danach muss der Staat einspringen und Ergänzungsleistungen erbringen. Selbst wenn das der Fall ist müssen viele Arbeiter ihren Lebensstandart derart stark reduzieren dass sie sich nur noch das allerbilligste leisten können und was ist das allerbilligste? Ja, es sind die stark subventionerte Waren welche vom Staat künstlich billig gehalten werden indem sie Direktzahlungen und allgemeine subventionsbasierte Unterstützungen gewährleisten (z.B. Milch, Schweinefleisch, Gentech-Korn u.a.). Vieles davon wird auch auf extrem ausbeuterische Art und Weise hergestellt in extrem hoher dem Kapital dienlicher Menge. Danach wird das gekauft was sich ein schlecht kapitalisierter Arbieter zu leisten vermag und es beginnt ein Kreis der Abhängigkeit zwischen Wirtschaftsdiktatur und Konsument. Ein Grossteil des Kapitals welches den Arbeitern nicht ausgehändigt wird fliesst in die Taschen der Firmenbosse, Banken, Aktionäre und in die allgemeine Hochfinanz (wie gesagt keine Regel ohne Ausnahme), der Steueranteil hingegen ist oft kleiner als es dem Bürger lieb ist da ein Staat die Firmen so gut es geht „schonen“ möchte damit ihnen keine Firma abhanden kommt (ins Ausland abwandert oder so). Diese Kundengruppe welche davon aber am meisten profitiert ist leider eine sehr kleine Gruppe, also kann man sagen dass nur wenige % profitieren, aber so ist das System aufgebaut. Auch werden die am meisten begünstigten Leute verhältnismässig schwach vom Steueramt belangt da man nicht möchte dass sie abwandern (dasselbe wie bei den Firmen). Infolgedessen kommt es zu einer ständigen Umverteilung des Kapitals in die Oberschicht, egal wieviel Kapital ins System geworfen wird.

Teil dieses Systems sind die Proletarier (kapitallose Unterschicht) und die schwach kapitalisierte Mittelschicht. Die Proletarier leben praktisch überall auf Sparflamme und können praktisch nirgends viel ausgeben da kaum was da ist. Die Mittelschicht hingegen wird einerseits vom Staat massiv belangt, andererseits geben sie aber auch Geld für tonnenweise Plunder aus auch wenn es ihnen zuwenig bewusst ist. Sie sind daher klar einer der ertragreichsten Bürger wenn es um die Generierung von Kapital geht da alles was sie einnehmen, und sei es auch noch so viel, gleich wieder rausgeht. Am Ende stehen sie nur unwesentlich besser als die Proletarier da aber haben sich wenigstens oft tonnenweise Schund geleistet welches sie eigentlich gar nie brauchten. Es wurde ihnen aber so beigebracht so zu handeln und damit sie auch so handeln wird kräftig die Werbeglocke gebimmelt damit sie auch sofort erkennen wo man das Kapital zum Fenster rauswerfen soll damit andere davon profitieren. Ein Beispiel sind die unendlich vielen Versprechungen von Kosmetikprodukten welche angeblich die Haut verjüngen sollen. Millionen von Frauen glauben daran selbst wenn der Dermatologe um die Ecke etliche Male erklärt dass es nichts nützt da diese Mittel nicht zur Hautschicht vordringen können welche für eine positive Veränderung notwendig wäre. Dennoch gibt man dafür Milliarden aus und unterstützt eine Art Pseudoindustrie. Das ist nur eines vieler Beispiele, es gäbe eine ganze Liste davon wenn es um „schlechte Investitionen“ geht. Allerdings würde sich niemand der Produktion von Plunder entgegenstellen denn es nährt das Kapital und das ist es was schlussendlich alle wollen. Es wird dadurch Arbeit generiert welche eigentlich gar nicht verrichtet werden müsste und all das nur weil bestimmte Konsumenten meinen dass jemand dafür arbeiten muss. Damit diese Mentalität aufrecht erhalten wird arbeitet Industrie und Staat hand in hand. Es geht schlussendlich auch gar nicht mehr darum was wirklich produziert werden muss und was nicht, es geht im Normalfall nur darum wie man die Arbeiter möglichst intensiv beschäftigen könnte ohne ihnen aber das zu geben was ihnen wirklich zusteht, also ein fairer Anteil vom finanziellen Ertrag. Indem sie stark beschäftigt sind ist auch die Hinterfragung der Tätigkeit praktisch inexistent da man dafür keine Zeit hat.

Das alles ist Teil der kapitalistischen Produktionsweise. Es wird ihr nachgesagt dass es das mit Abstand erfolgreichste System ist da die ganze Welt auf dieses System aufgesprungen ist und die Menschen dadurch die höchste Produktivität entwickeln. Ja, es mag tatsächlich verheissungsvoll sein aber alles schlechte wird oft einfach nur unter den Teppich gekehrt mithilfe der „Intransparenz“, es soll nur niemand erfahren welchen Schaden es verursachte. Es wird zu selten erwähnt dass dieses System keine Nachhaltigkeit hat, sie existiert nicht, jedes kapitalistische System wo Kapital aus dem Nichts geschöpft wird bricht irgendwann zusammen, das ist Teil dieses Systems, es ist dazu verdammt zusammenzubrechen. Allerdings gibt es nur wenige welche diesen Gedanken überhaupt zulassen da sie in ihrer Scheinwelt „an der Stange gehalten werden“; sie werden gezielt davon abgebracht sich Gedanken zu machen. Die meisten Leute sind sich zwar dessen bewusst, und jammern danach am Stammtisch über diese Problematik für ein paar Minuten, und nachdem sie fertig gejammert haben gehen sie zurück um mit dem weiterzumachen was sie ein paar Minuten zuvor bedauert haben. Allerdings kann das System nach einem finanziellen Zusammenbruch neu formiert werden, es stellt also nur eine akute Situation dar auch wenn es eine äusserst unangenehme Phase sein kann. Schlimmer ist allerdings dass zusammen mit diesem System  auch die Natur welche vom Kapital regiert wurde zusammenbrechen wird und zwar permanent, nicht nur akut, da sie ebenfalls in den meisten Fällen auf nicht nachhaltige Art und Weise ausgebeutet wird/wurde. Der Schaden der an der Natur entstehen kann ist so massiv dass es nicht in Zahlen auszudrücken ist, denn es gibt keine Zahl welche sie vollständig wiederherstellen könnte, sowohl Kapital wie auch Mensch erreichen hier ihre Grenzen. Dennoch fühlen sich die Menschen weltweit aufgrund vom Egoismus durch die Kapitalisierung derart motiviert dass sie bereit sind dafür zu einem absoluten Mindestlohn zu arbeiten, bis zu 12h am Tag oder noch mehr als das. Hauptsache sie bekommen eine Belohnung, denn es aktiviert  im Gehirn das Belohnungsprinzip und dieses Gefühl ist sehr mächtig. Ebenfalls ist es ein Selbsterhaltungstrieb, dafür sind viele Mensch bereit alles zu tun, egal was man dafür ausradieren muss. Falls jemand „nein“ sagt gibt es immer jemand anders der es tut, es wird immer jemand geben. Im wesentlich Leute die in einer Art Matrix leben und sich der Situation gar nicht bewusst sind denn sie sehen oft nur bis an den Fuss des nächsten Berges und nicht weiter als das.

Aber wieso ist das Kapital so wie es ist? Es ist im Prinzip nicht das Kapital schuld sondern die Kraft welches sich von ihr unterdrücken lässt. Der Unterdrückte ist bereit im Austausch für ein Versprechen (das finanzielle Kapital) teils bis zum Anschlag des möglichen mit Arbeitskraft zu dienen, und da diese Versprechen im Prinzip endlos generierbar sind (da es geschöpft werden kann) ist auch die mögliche Arbeitskraft fast endlos generierbar mit oft verherrenden Auswirkungen auf die Umwelt und dem Menschen selbst. Dabei müsste die Menschheit nicht einmal halb soviel arbeiten als das was sie effektiv tun aber es ist kaum jemandem bewusst. Man sieht nur die Belohnung, eine Art Versprechen, das Versprechen dass nun andere in ihrer Schuld stehen. Der Wert dieses Versprechen unterliegt aber grossen Schwankungen und muss nicht das Wert sein als das was es angesehen wird.  Ziel ist es also sich nicht vom Kapital unterdrücken zu lassen sondern das Kapital als Werkzeug der freien Wahl für sich arbeiten zu lassen. Es sollte kein Instrument der Unterdrückung darstellen sondern das Instrument der Entfaltung, das sind 2 sehr grosse Unterschiede denn Zwang säht Lüge, nur die freie Motivation säht Wahrheit.

Da nun die Fakten mehr oder weniger thematisiert wurden geht es zur möglichen Lösung des Problems. Dazu gibt es viele recht simple Richtlinien welche das Kapital teils sogar gutartig machen können. Werden diese 4 Richtlinien beachtet kann das Kapital bereits sehr viel gutes bewirken, allerdings wird es eines der grössten Herausforderungen der Menschheit werden sofern sie  lediglich diese 4 Richtlinien beachten, so amüsant es klingen mag. Natürlich gibts noch mehr gute Richtlinien wie z.B. die Abschaffung des Zinssystems und eine Höchstgrenze von Kapital was ein einzelner Mensch und Firma haben kann. Alles was über diese Limite geht wird danach in Projekte zum Erhalt unseres Planeten Erde reingesteckt auf eine (möglichst) faire Art und Weise. Aber diese Thematik muss auf weltweiter Ebene gelöst werden und kann ein einzelner Staat nicht für sich selber ausführen. Weil das Kapital würde auf lokaler Ebene „gegen den Staat“ arbeiten und sowas ist kontraproduktiv.

Was ein einzelner Staat und dessen Bürger aber durchaus für sich selber ausführen können sind folgende Punkte:

1. Jeder Bürger muss ausreichend kapitalisiert werden und zwar so dass weitgehend eine freie Wahl des Konsumguts gewährleistet werden kann und ebenfalls eine freiere Wahl der Arbeit welche verschiedene Motivationen zulassen und nicht nur auf Lebenserhaltung und Belohnungsprinzip basieren. D.h. Sowohl Selbsterhaltungstrieb wie auch Belohnungsprinzip muss abgeschwächt werden damit es noch alternative Motivationen zulässt, nur so kann ein Mindestmass an Freiheit garantiert werden. Eine mögliche Ausführung ist das „bedinungslose Grundeinkommen“ welches sowohl den Selbsterhaltungstrieb sowie auch das Belohnungsprinzip entmachtet damit eine freiere Wahl mit echter Motivation gewährleistet werden kann. Obwohl weder Unterschicht noch Mittelstand ausreichend kapitalisiert sind sondern nur die Oberschicht bereitet sich in den Köpfen der meisten Leute Panik aus falls sie nur daran denken dass jemand nicht mehr vollumfänglich „zur Arbeit“ gezwungen wird. Weil sie sich vollkommen unterdrücken lassen und ein Grossteil bei allem was sich dagegen stellt panische Angst haben, dabei wäre es in Ordnung für eine gerechtere Verteilung des Kapitals einzustehen.

2. Kapital darf Nachhaltigkeit nicht untergraben, dieser Wert muss über dem Kapital stehen. Im Prinzip muss so gewirtschaftet werden dass es auch in 1000 Jahren noch ausführbar wäre. Leider ist es heute so dass kaum einer denkt was „morgen“ wäre, man lebt im hier und jetzt, egal was es in Zukunft kostet, meist ist nur das schnelle Kapital von Relevanz. Diese Mentalität muss aufhören, es ist auch gar nicht anfechtbar denn sobald es auf Kosten von akut endlichen Ressourcen geht ist es selbszerstörerisch und es gibt kein System welches so auf längere Zeit funktionstüchtig bleibt. Entweder wird es nachaltig ausgeführt oder es wird irgendwann zusammenbrechen, ziemlich simpel.

3. Jegliche Bewertung einer Situation muss aus unabhängiger Quelle erfolgen: Es dürfen  absolut keine an kapital gebundene Wirtschaftsinteressen irgendeine Beurteilung auf irgend einer Art und Weise unterstützen oder entmachten. Diese Ordnung muss weltweit durchgesetzt werden, sie ist moralisch die einzig richtige Ordnung, es ist daher nicht anfechtbar. Denn jegliche Abhängigkeit wird die Wahrheit vernichten und daraus entstehen nichts als Lügen.

4. Es darf keine Demokratie untergraben werden, der Bürger hat das Recht alle Entscheidungen zu treffen ohne wenn und aber. Sofern es dazu kommt dass massiv kritische Entscheidungen dem Volk vorenthalten werden dann wird damit die Demokratie entmachtet und das ganze wird zur Lüge. Dieser Zustand muss unter allen Umständen verhindert werden. Ausserdem muss ein Stimmvolk wahrheitsgemäss informiert werden über sämtliche Aspekte der Abstimmung.

Es ist also nicht das Kapital welches gegen die Menschheit oder gegen die Natur arbeitet, es ist stets der Unterdrückte und eine ungenügende Spezifikation über die Art der Ausführung wie das Kapital am Ende agieren soll. Es braucht also zum einen kluge Köpfe sowie auch umfassende Aufklärung und vorallem eine hochstehende Moral der Richtlinien welche als unantastbar gelten. Stattdessen wird aber stets nur die bestehende Ordnung unantastbar gemacht und das Kapital darf dadurch wüten ohne Ziel und Zweck, ausser sich selbst unendlich zu vermehren. Dabei ist selbst das Kapital einer Moral untergeordnet und diese Moral muss über dem Kapital stehen ohne wenn und aber. Man kann daher nicht ein Kapital unantastbar machen sondern stets nur die Moral, wird dies nicht beherzigt führt es ins Verderben, denn das Kapital ist zu mächtig um es ohne eine umfassende und unantastbare Moral wüten zu lassen. Das Problem ist nur, als die Menschen sich immer mehr der moralischen Denkweise abgewandt haben weil es praktisch nur noch Mammon und Kapital gab, nach dem Motto „ich arbeite nur für Mutter Mammon und dafür muss man sich nicht schämen“ hat man jegliche moralischen Aspekte von sich abgewiesen. Es spielt allerdings keine Rolle woran man glaubt, und selbst wenn man an nichts glaubt, denn wer die Moral der Würde, Wahrheit und Vernunft walten lässt und das liebt was liebenswert ist, der wird mehr Kraft haben als jede andere Kraft und keine andere Kraft wäre mächtig genug sich dem entgegenzustellen.

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