Superfood

Hier wurde recht gut gesagt um was es eigentlich geht. (english)

Die Kernaussage ist aber die, dass es nicht drauf an kommt was man isst sondern was man nicht isst. Je mehr gehaltloses Essen man isst desto mehr gehaltvolles kann man essen ohne einen positiven Effekt zu verspüren. Also Essen nährt und genausogut kann es einem mangelernähren. Das Problem ist allerdings dass es einem gar nicht bewusst ist wie mangelernährt mal eigentlich ist weil sehr viele der Symptome ein langwieriger Prozess sind die sich langsam in unsere Gesundheit „einschleichen“ und eben oft keineswegs akut, deswegen wird der Zusammenhang oft nicht erkannt. Dabei sind sowohl Symptome wie auch direkte Krankheiten möglich in fast allen Stadien.

Krebs, Allgemeine Herz/Kreislaufprobleme, Arteriosklerose, Diabetes, Demenz (weitgehender oder kompletter neuronaler Zerfall), Allgemeiner Schwachsinn (schleichender Verlust der allgemeinen Gehirnleistung), Allgemeine Stoffwechselstörungen, Allergien jeglicher Art (besonders Allergien sind ein kritisches Symptom), Autoimmunerkrankungen aller Art, Kopfweh, Übelkeit, urplötzliche Schwindelattacken und allgemeine neurologische Störungen, Durchblutungsstörungen (z.B. kalte Füsse/Hände ohne ersichtlichen Grund), Chronische Müdigkeit/Abgeschlagenheit Hautprobleme, Impotenz und vieles mehr.

Viele der resultierenden oder geförderten Krankeiten müssen zwar nicht zwingend den Tod begünstigen oder tödlich verlaufen und man könnte damit trotzdem 100 Jahre alt werden. Allerdings, besonders im Falle von Gehirnerkrankungen aber auch agressiven Autoimmunerkrankungen, ist das oft keine grosse Lebensqualität mehr.

Es gibt also unendlich viele Anzeichen für Mangelernährung und der Mensch ist was er isst. Bei den „entwickelten“ Ländern mit einem Übermass an Nahrung geht es aber nicht darum was man isst oder wieviel man isst sondern was man nicht isst, das ist hier am entscheidensten. Im allgemeinen wenn man ein Produkt mit einer Zutatenliste sieht, dann liegt das Geheimniss darin „was es alles nicht drinhat“, nicht darin „was es drinhat“.

Superfoods von „Superflanzen“; also Pflanzen mit aussergewöhnlich hohem Nährstoffgehalt sind aber eine sehr willkommene Bereicherung und können Mängeln vorbeugen und/oder einem noch gesünder machen. Viele dieser Schätze stehen eingentlich jedem frei zur Verfügung, auch in Drittweltländern. Eine grosse Anzahl Leute sind allerdings zu begrenzt um diese Schätze zu erkennen und zu nutzen, deswegen sind auch oft Leute mangelernährt die eigentlich die Lösung vor ihren Füssen haben. Bei Industrienationen wird auch oft einfach aus Mangel an Popularität und weil es mentalitätsfremd ist („was soll ich mit Brennesseln oder Hundsrosen, ich esse lieber Berge von Schweinekotletts“) etwas gutes einfach ignoriert und das ist durchaus schade. Am Ende rennen viele zur Apotheke für eine Vitaminpille und es fügt nur noch mehr Schaden zu.

 

Kategorie A [Einheimische Pflanzen aus Europa]:

1. Wilde Hagebutte, Heckenrose [Rosa canina]: Keine andere einheimische Pflanze hat ein derart hoher Vitamin C Gehalt von bis zu 1500 mg/100g, es übersteigt z.B. eine Zitrone um das 30-40 fache (also eine einzige kleine Hagebutte hat ähnlich viel Vitamin C wie eine ganze Zitrone) und auch alle anderen Früchte werden von der wilden Hagebutte in hohem Masse deklassiert. Die Pflanze kann bei günstigen Bedinungen mehr als 1000 Jahre alt werden. Heckenrosen wachsen auch gerne im Garten und können einem damit gut mit starken Antioxidantien versorgen. Naturkenner werden sie auch wild sammeln können, also für gesunde Antioxidantien muss keiner tief in die Tasche greifen.

Verwendung: Am besten mit Mörser und Stössel zerkleinern, danach mit etwas Öl vermengen, dadurch werden auch die stechenden Häärchen inaktiv und Vitamin A wird unterstützt. Es kann danach zu Müsli oder auch im Tee genossen werden, am besten frisch da dadurch alle Nährstoffe erhalten bleiben aber auch getrocknet anwendbar.

 

2. Wilde Aronia [Aronia melanocarpa]:

 

Verwendung: Frisch oder getrocknet ein guter Esslöffel davon ins Müsli geben.

 

3. Wilde Brennessel [Urtica – dioica/urens/kioviensis]Sie kommt fast weltweit vor, allerdings nur bei besonders guten Böden. Eine Brennessel ist also ein guter Bodenanzeiger und wo sie wächst ist der Boden in einem einwandfreien Zustand. Auf hochintensiven Kuhweiden ist sie praktisch ausgerottet da sie diesen Boden verschmäht. Die Brennessel stellt die Nahrung dar für spezielle Raupenarten (rund 50) welche sich nur von Brennesseln ernähren z.B. „Kleiner Fuchs“, einer der schönsten einheimischen Schmetterlingsarten http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Fuchs , alles andere wird von diesen Raupen verschmäht. Die Brennessel ist ausserordentlich nährstoffreich und hat über die ganze Bandbreite hinweg ein höherer Nährstoffgehalt als ein Salat und jegliche andere Blattgemüsearten. Sofern jemand sagt, er esse keinen Salat aber dafür ein paar frische Brennesseln in der Pasta dann würde ich sagen „Entschuldigung angenommen“. Interessant ist auch dass die Brennessel getrocknet 40% Eiweiss enthält, sie hat damit bei gleichen Gewichtsverhältnissen mehr Eiweiss als eine Soyabohne.

Verwendung: Vorzüglich frisch gepflückt um damit die Pasta zu würzen (wie jedes andere Gewürz anwendbar). Auch getrocknet als Gewürz oder als Kräutertee hervorragend. Sie lässt sich auch zu einem schmackhaften „Spinat“ verarbeiten.

 

 

Kategorie B [Tropische Pflanzen, grösstenteils aus Regenwaldgebiet]:

1. Acai [Euterpe oleracea] (Südamerika, Amazonas Region):  Acai ist eine Palmenart mit rundlichen f4ettreichen Beeren welche mit einem sehr dicken Kern ausgestattet sind, sie wachsen ähnlich wie Datteln traubenartig am Blattansatz. . Essbar ist nur der ziemlich dünne Fruchtmantel, daher braucht es ziemlich viele Beeren damit etwas zusammenkommt.

Verwendung: Wird meistens in Form von gefriergetrocknetem Pulvergranulat angeboten. Die beste Qualität hat ein Verhältniss von 7:1 (Gewichtsverhältniss zwischen Rohmaterial und Pulvergranulat). Es gibt keine klare Höchstmengenbeschränkung aber man sollte es nie übertreiben. In der Heimat wird es oft als Hauptnahrungsmittel gegessen und die sind auch noch alle auf den Beinen *kleiner Scherz am Rande*.

 

2. Camu Camu [Myrciaria dubia] (Peru/Brasilien, Amazonas Region): Camu Camu ist die Pflanze mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C weltweit mit einem Anteil von rund 2000-3000 mg/100 g, das ist etwa das Doppelte von einer wilden Hagebutte, es ist ausserordentlich viel allerdings nicht unersetzlich. Besonders in Japan sehr beliebt was leider zu Raubbau geführt hat. Hierzulande ist es in frischer Form kaum bekannt, sondern lediglich in Pulverform oder andere Formen (die ich nicht empfehle). „Superfood-Lieferanten“ preisen Camu Camu oft als „Wunderfrucht“ an und erklären das Vitamin C als eine Art Supervitamin welches alle anderen Nährstoffe um Lichtjahre schlägt, aber das ist natürlich alles Marketing und sollte nicht als der Weisheit letzter Schluss angesehen werden. Obwohl die Grundaussage dass Vitamin C nicht nur Ascorbinsäure ist sondern auch noch mit vielen anderen Stoffen verbunden ist die man nicht einfach vom Grundstoff abtrennen kann, durchaus richtig ist. Nur wird das alles masslos übertrieben dargestellt und danach ist Camu Camu und das Vitamin C praktisch alles was zählt und das kann in dieser  mit Scheuklappen ausgestatteter Form nicht gutgeheissen werden. Nichtsdestototz ist Camu Camu eine echte Nährstoffbombe und kann eine gute Nahrungsergänzung darstellen.

 

Verwendung: Frisch oder in Pulverform um damit das Müsli anzureichern.

 

 

 

Kategorie C [Alpine und andere Gebirgspflanzen]:

 

1. Maca Wurzel [Lepidium meyenii] (aus den Anden):

Verwendung: Wird meistens in Pulverform angeboten, frische Wurzeln sind hierzulande schwer erhältlich auch wenn sie sich wie alle Wurzeln gut trocknen lässt. 1-2 Kaffeelöffel empfohlen, allerdings gibt keine klare Höchstgrenze bei der Dosierung denn es wird in Peru oft wurzelweise gegessen und nicht nur ein paar Kaffeelöfelchen. Da allerdings die Inhaltsstoffe weitgehend unbekannt sind ist Vorsicht nicht verkehrt, genauso wie bei Ginseng (dort spielt die Menge aber eine grössere Rolle). Maca wächst auf einer Höhe von bis zu 4500 Meter und gehört damit zu den wenigen alpinen Pflanzen welche selbst oberhalb der Baumgrenze noch gedeiht.

 

2. Wilde Bergheidelbeere [Vaccinium myrtillus] (aus den Alpen):

 

Kategorie D [Ohne spezielle Standorte da zu weit verbreitet oder anspruchslos]:

 

1. Gojibeeren [Lycium barbarum var. auranticarpum] (Bocksdorn): Bei uns sind die praktisch nur aus China erhältlich. In China selbst sind sie weit verbreitet, vorallem Ningxia ist ein sehr bekanntes Gebiet wo es ursprünglich wild gewachsen war, sie werden gerne als „Glückliche Beeren“ bezeichnet. Heutzutage wird aber fast alles kultiviert oder als Kulturpflanze genutzt. Die Nachfrage ist riesig aber China ist bekannt dafür dass sie so gut wie alles massenproduzieren können wenn es der Bedarf erfordert, deswegen hat die Pflanze viel von ihrer Ursprünglichkeit eingebüsst und dient heutzutage vorallem als typische Agrarpflanze, dieses Schicksal war aber auch z.B. der Heidelbeere wiederfahren.  Das Problematische ist allerdings dass in China oft extrem viele Pestizide angewendet werden sobald es in irgendeiner Art und Weise kultiviert wird. Wildsammlungen sind heutzutage äusserst selten da fast alle Gebiete in den Händen von Farmern sind. Aufgrund der oft ausserordentlich hohen Pestizidbelastungen (teils wurden bis zu 20 verschiedene Pestizide in einer einzigen Beere gefunden) würde ich nur noch Beeren aus BIO Produktion oder aus nachweislicher Wildsammlung inklusive seriöser Rückstandskontrolle (am besten Schweizer Labor) empfehlen. Die Gojibeere ist sehr nährstoffreich und beinhaltet 18 essentielle Aminosäuren, allerdings ist es oft schwierig unbelastete Beeren zu bekommen.

Qualität: Sofern die Beeren von guter Qualität sind und aus Sonnentrockung stammen müssen sie nachdem man sie eine Stunde im Wasser/Milch aufquellt zur Ursprungsform zurückkehren. Falls sie sich nicht mit Wasser anreichern lassen dann sind sie von tiefer Qualität und zu stark (oft künstlich) getrocknet. Die Beeren sollten ausserdem leicht klebrig sein und eine Restfeuchte aufweisen und es sollte keine dunkel gefärbte Kerngehäuse aufweisen, wenn sowas oft vorkommt ist es keine gute Qualität. In Ausnahmefällen kann es auch schwarz verschimmelte Beeren dabeihaben, das sollten natürlich aussortiert werden ist aber als Einzelfall nicht bedenklich da eine direkte Kontamination anderer Beeren kaum gegegeben ist aufgrund des tiefen Wassergehalts. Allerdings empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen die betroffene Charge kurz im Salatgeschir kalt abzuwaschen und danach an der Sonne oder in einem warmen Raum gut abtrocknen lassen (das geht relativ schnell sofern sie noch fast kein Wasser aufgenommen haben).  Generell empfiehlt es sich die Beeren am Anfang alle auszubreiten und auf schlechte Beeren abzusuchen, sofern alles OK kann es wieder verpackt werden und danach genossen. Falls etwas gefunden wurde sollte man sie wie bereits erwähnt waschen und trocknen. Sollte es ein generelles Qualitätsproblem haben, also dass z.B. sehr viele schwarz verfärbte Kerngehäuse dabei sind, dann sind die Gojis nicht unbedingt für Konsum geeignet. Sofern die Beeren völlig ausgetrocknet sind wurde es zum einen zu lange gelagert oder sehr agressiv getrocknet und ist ebenfalls von schlechter Qualität.

 

Verwendung: Vorallem in Müsli aber auch pur.

 

 

2. Maulbeeren

*coming soon*

 

 

 

 

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