Leben und Natur

Leider wird diese Thematik in der heutigen Gesellschaft oft als unwichtig oder zweitrangig angesehen. Moralisch hochwertige Prinzipien werden uns Menschen fast immer nur in Zusammenhang wenn es direkt um die Mitmenschen geht beigebracht aber äusserst selten wenn es um die umfassende Thematik aller Lebewesen und die Natur geht. Wir Menschen werden total materialistisch erzogen und meinen wir können mit der Welt tun und lassen was wir wollen, von ihr nehmen aber leider nicht geben. Das Kapital ist das was normalerweise jeder will und um dieses Ziel zu erreichen hat es eine Natur und generell alle Lebewesen die man um dieses Ziel zu erreichen nach Strich und Faden ausnutzen soll und natürlich auch darf. Solange ein Papier mit grossen Kapitalzahlen vor der Nase landet sind die infolge dieser Kapitalzahlen enstandenen Misstände zweitrangig. Diese Umstände kann verunreinigtes Trinkwasser, das systematische Töten von anderen Lebensformen jeder Art, das Verunreinigen der Luft und Wasser und das Ausrauben/Ausradieren jeglicher anderer Naturressourcen sein. Beinhaltet aber auch direkte Schäden an Mitmenschen welche den Begünstigten nicht nahe stehen und daher moralisch unbedeutend sind. Das nennt man auch den individuellen Fussabdruck welche die Menschen auf dem Planeten hinterlassen. Dieser Fussabdruck ist bei manchem Menschen derart hoch dass schwer zu sagen ist ob man sowas „Dreck am Stecken“ nennen soll oder am besten gleich „Gift am Baum“, damit man die Tragweite etwas besser reflektiert. Dennoch finden es viele Menschen lächerlich überhaupt schon das Wort Moral oder Ethik in den Mund zu nehmen, es ist für sie offenbar praktisch inexistent. Und selbst wenn sie eine schlechte Ethik hätten, sie meinen dass sie ja sowieso dazu verdammt wären eine schlechte Ethik zu haben, als Teil des Menschseins.

Oft wird gesagt „ja wir alle haben ja Dreck am Stecken“, da ist also nicht ein einziger der dem Leben und dessen Natur vollumfänglich dienlich wäre und dessen Handlung keinen Schaden verursacht. Nun ja, wird der Fokus auf eine Schnecke gerichtet dann sieht man dass sie ein Salatblatt frisst, es entsteht dadurch ein Schaden an einer anderen Lebensform. Ausserdem wurde wertvoller Sauerstoff konsumiert und sie war der Sonnenstrahlung im Wege gestanden wo ansonsten etwas anderes die Strahlung abgekriegt hätte. Andererseits gibt sie auch etwas zurück denn sie düngt den Boden und ist Teil des intakten Kreislaufs der Natur. Man kann also sagen dass ihr Wesen als „nachhaltig“ angesehen werden kann Die Frage ist ob diese Schnecke nun „Dreck am Stecken“ hat dafür dass sie von der Natur „genommen“ hat. Um es zu beurteilen muss man es zwischen „dem Leben dienlich und notwendig“ und „der persönlichen Gier dienlich und jenseits des notwendigen“ unterscheiden.

Wird das ganze mit einem Menschen verglichen, sein Einfluss auf die Natur ist schon im Kindesalter in einem räuberischen Bereich angesiedelt. Er sammelt alles mögliche und nimmt dadurch alles mögliche von der Natur, stört dadurch andere Lebewesen und kann auch ihren natürlichen Kreislauf behindern, spätestens dann wenn die hundertste Schnecke misshandelt oder zertreten wurde und alles nur weil der Mensch diesem „niederen“ Wesen auf irgendeiner Art und Weise überlegen war und daran Spass hatte. Ebenfalls braucht dieser junge Mensch meist sehr viele Spielsachen, diese werden alle mit teils grossen Auswirkungen auf die Umwelt produziert. Es wird der Umwelt Erdöl entnommen, danach giftige Dämpfe verursacht und falls der Mensch irgendwann nicht mehr damit spielt landet es schlimmstenfalls in einem Tümpel oder am Strassenrand wo es die Umwelt mit Schadstoffen anreichert. Klar ist, ein Kind kann kaum zur Verantwortung gezogen werden, es wurde dem Kind so gelehrt und beigebracht und das Kind ist ein lernendes Wesen, eine eigene Eingebung folgt erst später. Allerdings werden sich viele Verhaltensmuster nie ändern und falls doch, dann nur in Ausnahmefällen weil es von der allgemeinen Gesellschaft kontinuierlich beeinflusst wird. Es wurde diesem Menschen ausgehändigt und für „normal“ erklärt, es ist also Teil der Erziehung und kann danach von Generation zu Generation weitergereicht werden als Teil der gesellschaftlichen Moral des Lebens. Danach wird aber gesagt „aber ein Kind muss spielen, und es braucht viele Spielsachen“. Das ist zwar richtig wenn es um den Kern der Sache geht aber es beinhaltet nicht das „wie“, z.B. wäre ein unlackiertes Holzspielzeug (aus aufgeforsteten Wäldern) kaum eine Belastung für die Umwelt aber es wird praktisch nie gekauft weil billigen Plastikplunder förmlich verramscht wird und die gesellschaftliche Normalität definieren. Ausserdem wird dem Kind oft nicht beigebracht wie edel eine Schnecke ist und dass man ihr Sorge tragen muss, auch das ist ein wichtiger Teil der Erziehung aber es wird oft vernachlässigt. Also bereits im Kindesalter ist der „Dreck am Stecken“ indirekt um ein vielfaches so hoch wie bei jedem anderen (tierischen) Lebewesen vergleichbarer Grösse.

Damit wird auch bereits das Hauptproblem erkennbar: Respekt vor allen anderen Lebewesen, inklusive einer Schnecke, sie ist keine Ausnahme.  Die Erziehung und das gesellschaftliche „Wirken“ ist also sehr bedeutend wie sich ein Mensch später entwickelt. Klar ist, es gibt kein Lebewesen welches einfach nur geben kann ohne zu nehmen. Die blosse Existenz des Lebewesens zwingt es in den Kreislauf der Natur, den Kreislauf des nehmen und gebens einzutreten. Das ist etwas völlig natürliches und ist Teil jeder Lebensform, wo es allerdings kritisch wird ist wenn ein Lebewesen sein Manipulationspotential dazu verwendet diesen Kreislauf massiv zu stören. Dies kann sowohl direkt wie auch indirekt geschehen: Kauft jemand z.B. ein Computer dann ist hier bereits ein Rauben und Gebrauchen von Ressourcen im Spiel, wird der Computer nach dem Lebensende allerdings ordentlich recyclet (und daraus ein neuer Computer gebaut) hält sich der Schaden an der Natur in Grenzen. Auch kommt das „wie“ ins Spiel; Wurde der Computer dazu verwendet um diesen Text der hier gerade steht zu schreiben dann kann sich dessen Nutzen in einem positiven Bereich befindet wenn es auch nur 10 Menschen dazu bewegt ihren Fussabdruck zu reduzieren und mit der Natur achtsamer umgehen. Es ist also alles irgendwie vernetzt, nichts steht für sich allein und alles kann einen Einfluss auf diverse Begebenheiten machen. Es geht also nicht darum dass man in absoluter Harmonie wie eine Schnecke sein muss. Ein Mensch ist nunmal ein räuberisches Wesen mit viel zu hohem Manipulationspotential, aber es gibt grosse Unterschiede bei der Grösse seines Fussabdrucks. Mit einem gewissen Grad des Fussabdrucks kann die Natur noch umgehen aber leider ist es bei fast allen Industrienationen viel zu hoch, es werden Fussabdrücke generiert welche nicht mehr als nachhaltig gelten und langsam aber sicher die Natur und dessen Ressourcen zerstören. Dabei muss man aber unterscheiden zwischen echter Nachhaltigkeit oder blossem Gerede und Gesülze nur um sich selber zu dienen als eine rein egoistische Weltansicht. z.B. Die Politiker sagen uns immer „wir müssen CO2 einsparen“ u.a. aber die Aktionen welche sie hinter dem Parlamenttisch beschliessen oder zulassen nur aufgrund dem Kapital gehören zu den grössten Umweltsünden welche die Menschheit je verbrochen hatte. Der Konsument kann schwer ausweichen da er in einer Art Matrix von Brauchen und Gebrauchen lebt, also er dient der Wirtschaftsdiktatur welche uns danach sehr vieles vorgibt wie wir zu leben und zu konsumieren haben, dadurch entsteht eine der Natur sehr undienliche Moral. Wenn danach den Moralapostel „man soll CO2 einsparen“ gespielt wird dann ist das ganze leider unglaubwürdig und steht in keinem Verhältniss zum Schaden der aus rein kapitalistischen Gründen ständig generiert wird.

Jedoch gibt es Licht am oft dunklen Horizont, nämlich jedes einzelne Individum welches sehr viel bewegen kann. Man kann z.B. BIO Ware kaufen und zu verbesserten Bedinungen gehandelte Produkte (Fairtrade), das ist ein guter Anfang, es ist daher manchmal einfacher als man denkt um mit einer der Natur dienlichen Moral zu leben. Oft wird gesagt „ja aber man kann es sich nicht leisten“, nunja… ich sage nur „Wirtschaftsdiktatur“ als Hauptproblematik. Schlussendlich aber ist jeder „seines eigenen Glückes Schmid“ und es gibt fast immer einen Weg seinen moralisch guten Anteil beizutragen. Denn das grösste Kapital ist weder das finanzielle noch das materielle Kapital (zusammefassend nur noch „Kapital“ genannt da es praktisch die einzige uns bekannte „Kapitalform“ ist, auch gerne als „rationalistisch“ bezeichnet), das wichtigste Kapital ist das geistige Kapital.

Ob also jemand effektiv „Dreck am Stecken“ hat oder nicht ist eher eine Frage der Motivation und wieviel man dafür tut um den Fussabdruck gering zu halten, vorallem aber auch Fussabdruck-Kompensation. Also man versucht mit dem was man verwendet aktiv dem Fussabdruck dienliche Dominosteine zu kreieren welche danach umfallen. Oft wird von einem Grossverteiler behauptet dass sie z.B. eine Ananas eingeflogen haben und dass es „CO2“ kompensiert wurde. Ich würde mal sagen, es ist besser als wenn gar nichts getan wurde und obwohl es den Fussabdruck beileibe nicht auf Null setzen kann so ist es wenigstens der gute Wille der zählt indem man versucht im Austausch umweltfreundlicher zu handeln. Allerdingst ist eine blosse „CO2 Kompensation“ relativ geringfügig, es müsste in allen Ebenen der Produkion hohe Beachtungen bezüglich des Fussabdrucks geschenkt werden und nicht nur beim CO2. Dennoch, es ist ein kleiner Anfang und ein gutes Beispiel dass man versucht den Fussabdruck zu reduzieren. Sofern man versucht alles nach bestem Wissen und Gewissen so zu regeln dass der Fussabdruck klein bleibt, dann kann man wenigstens von sich behaupten „ja ich habe zwar immer noch Dreck am Stecken aber manchmal ist es auch Humus„. Die Aussage ist klar, wer etwas von der Natur nimmt muss auch etwas geben, und je mehr man gibt desto tiefer wird der Fussabdruck. Geben kann man auf verschiedene Art und Weise: Man kann schauen dass es den Tieren allgemein gut geht, vorallem den Tieren die man verspeisen möchte. Ebenfalls sollte es den Pflanzen gut gehen, besonders auch den Pflanzen welche uns nähren, sie haben verdient in der Sonne mit Liebe zu wachsen und unsere Körper danach mit dieser Liebe zu erfüllen. Nur eine Pflanze welche diese Liebe erhalten hat kann uns gut nähren und vorallem auch den Fussabdruck gering halten. Die Pflanze braucht keine Chemie, sie braucht keine Gentech Manipulationen, alles was sie braucht ist Respekt und Liebe und ein Körper der ihr Wesen als das was sie ist zu schätzen weiss, nämlich in ihrer ganzen Natürlichkeit um den Menschen zu nähren. Falls eine Pflanze mit grossem Respekt aus der Natur entnommen wurde ist auch der Fussabdruck tiefer. Wurde sie allerdings mit einem Riesentraktor oder sogar einem Bulldozer entnommen, dann ist es natürlich negativ für den Fussabdruck. Ausserdem sollte auch das Meer und die Atmosphäre mit Respekt behandelt werden, keine unnötigen Verunreinigungen und dergleichen. Schlussendlich, alles was man nimmt sollte man wieder geben auf irgendeiner Art und Weise und so gut es möglich ist.

Man kann bereits beim eigenen Garten anfange, z.B. dass der Baum hinterm Haus mit Liebe beachtet wird, denn solange er gesund bleibt fällt er nicht aufs Haus und ist ein zu liebender Bestandteil der Natur, ein Wesen mit Rechten die man nur in Ausnahmefällen „besägen“ sollte. Wie man die Natur behandelt kann man nämlich bereits daran erkennen wie man den Baum behandelt der vor der Nase am wachsen ist. Wenn man sie ständig umsägt und respektlos behandelt als ob es einem im Wege wäre, dann kann man davon ausgehen dass auch der allgemeine Fussabdruck sehr hoch ist, also kein bischen „Humus am Stecken“ sondern praktisch nur Dreck.

Etwas vom wichtigsten ist aber, dass man die Instransparenz bekämpfen sollte. Jeder soll erfahren wo und wie ein Lebensmittel und andere Waren hergestellt wurden, denn es  ist eines der Faktoren welches den höchsten Fussabdruck generiert auch wenn es uns kaum bewusst ist. Leider werden diese Tatsachen oft verschwiegen und mit Absicht nicht deklariert. Intransparenz tötet die Urteilsfähigkeit und diese Abtötung ist ebenfalls tödlich für die gute Moral, ein kritischer Dominostein im Getriebe und es ist eines der schlimmsten Ursachen des grossen Fussabdrucks. Die Aufklärung ist sehr bedeutend für die Reduzierung des Fussabdrucks, schlussendlich aber, selbst wenn alle ein bestimmtes Mass an „Dreck am Stecken“ haben, solange sie mit Herz und Verstand sich darum sorgen dass es auch eine gehörige Portion „Humus am Stecken“ gibt, darf man mit Friede und Freude durch die Welt wandern ohne dass man sich schuldig fühlen oder uneins mit der Natur fühlt. Der Mensch ist nunmal bis zu einem gewissen Grade ein räuberisches Wesen aber er ist ebensofähig massiv der Natur etwas zurückzugeben denn er ist ein Wesen mit enormem Potential der verdammt viel verändern kann, sowohl in schlechter wie auch guter Hinsicht. Das sollte jedem bewusst sein und nur weil sich Dreck nicht immer verhindern lässt bedeuted es nicht dass „Hopfen und Malz verloren“ wäre, im Gegentiel. Gerade dieser „Dreck“ ist die Quelle um daraus Humus zu kreieren, wichtig ist nur die Motivation mit Herz und Verstand. Selbst ein kleiner Nutzen kann infolge eines Dominoeffektes grosses Bewirken, denn wie schon gesagt steht nichts für sich allein, alles ist irgendwo miteinander verbunden. Selbst das Kind wird einen Nutzen davontragen der sehr tief gehen kann da es danach den eigenen Blick auf die Welt verändern kann mit weitreichenden Folgen. Menschen sind also nicht Dreck am Stecken noch ist es das Einzige was sie tun können, sie haben die Fähigkeit es zu Humus zu verwandeln und jeder sollte sich dem bewusst sein, dadurch erreicht man auch den Frieden mit dem was man tut und handelt und es kann uns glücklich machen. Das Schlimmste was man tun kann ist wenn man die Augen vor all dem verschliesst und sich von Staat und Industrie in eine Matrix einschliessen lässt wo man mit Scheuklappen einfach alles was einem vorgeworfen wird konsumiert, denn diese Lebenweise kreiert einen starken Fussabdruck. „Humus am Stecken“ bedeutet also das Gehirn zu benutzen und sich fragen „was konsumiere ich, war es nachaltig oder ressourcenschonend produziert“, das ist der erste Schritt zu einer besseren Moral. Schlussendlich hat jeder Konsument das Recht und auch Verantwortung zu erfahren wie und wo sein Konsumgut hergestellt wurde und  solange dieses Recht beschnitten wird ist eines der grundlegensten Rechte, nämlich das Recht auf Urteilsfähigkeit, untergraben. Die Stärkung dieses Rechts ist der Schlüssel für unsere Freiheit und wie wir Menschen mit dem Fussabdruck auf moralischer Ebene umgehen möchten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s