Bienensterben

Das ganze ist eigentlich ein sehr aktuelles Thema, denn die Verluste welche die CH Imker hatten waren massiv, aber nicht nur CH, weltweit war es unheimlich wie stark viele Völker verendet waren. Wobei klar zu erkennen war dass mit Abstand am stärksten waren die EU und US Völker betroffen. Südamerika und Afrika hatte geringe Verluste. Asien ist je nach Standort stark unterschiedlich aber die Gründe sind bekannt, dort wird stellenweise derart stark mit Pestiziden rumgemacht dass ganze Landstriche und gar Provinzen (vorallem in China) von Bienen ausradiert wurden, fast alles tot.

Vaorra-Milbe, einer der schlimmsten Schädlinge.

In Spanien fand ich übrigens sehr interessant dass eines der gefürchtesten Bienen-Schädlinge, die Varroa-Milbe (welche sich übrigens ohne den Menschen nie so stark verbreitet hätte) dass sie dort mit sämtlicher Chemie es nicht schafften diese Milbe zu töten. Die Milbe ist mittlerweile gegen fast alle Giftstoffe die wir in der Agrochemie kennen immun. Das einzige wogegen sie nicht immun wäre das sind Stoffe die derart stark giftig sind dass sie auch für den Menschen giftig wären, selbst kleinste Spuren davon. Die Biene ist aber um einiges empfindlicher als der Mensch und die haut es viel früher um. Also wie gesagt diese Milbe ist etwas was durch Chemikalien kaum zu bekämpfen ist da sie gegen nahezu alles resistent werden kann. Die einzigen welche die Milben effektiv bekämpfen können sind die Bienen selbst indem sie diese physisch angreifen und entfernen.

Dann habe ich mich echt schlau gemacht und gefragt, ja was kann man dagegen tun und was wird dagegen getan? Das einzige was wirklich hilft sind gesunde und starke Bienenvölker mit einer starken Eigenabwehr. Als ich das vernommen habe da hats im Kopf aufgeblitzt…da fällt es wie Schuppen von den Augen dass wir eigentlich verweichlichte, überzüchtete und übermenschlichte Bienenvölker haben welche immer weniger Eigenabwehr zeigt.

Was aber noch dazu kommt ist dass die Immunabwehr generell kleiner ist als z.B. die der afrikanischen „Wildbiene“, das heisst auch bakterielle oder virale Erkrankungen sind viel häufiger und verherrender bei unseren „Babybienen“. Der Hauptgrund der allgemeinen Immunschwäche ist die starke Monokulturen, die allgemeine Verschmutzung der Landwirtschaft mit allerlei Chemikalien und viele andere Faktoren.

Der Schweizer Film „More than Honey“, fand ich sehr inspirierend da es eines der viel zu seltenen guten Dokumentarfilme über Bienen ist und sich vom Standartkram abhebt. Die Schweizer haben also durchaus viele kluge Köpfe… nur leider fehlt es ihnen oft an Support.

Auswirkungen der übertriebenen Domestizierung:

Unter anderem fand ich diesen Bericht sehr interessant:

Vorallem interessant dass die Wabengrösse ebenfalls sehr kritisch ist und dass wir seit über 50 Jahren zu grosse Wabenwände haben. Die Bienen demzufolge versuchen ihre Wabengrössen so anzupassen dass es irgendwie reinpasst. Diese Waben sind aber zu gross und sind nur aus diesem Grunde vom Menschen so beabsichtigt dass die Bienen zum einen grösser werden und zum anderen „angeblich“ weiter fliegen können und mehr Honig produzieren. Also der Mensch hat eigentlich überall seine „schmutzigen“ Finger im Spiel, ohne darauf zu achten was die Bienen wirklich brauchen. Als Folge der menschlichen Domestizierung wurden Bienen zu gross, zu träge, schlüpfen zu langsam, wehren sich generell kaum (weder gegen Menschen noch gegen gefährliche Schädlinge) und viele andere schlechte Eigenschaften. Gleichzeitig werden sie von Agrochemikalien massiv geschwächt… all diese Faktoren, man könnte eine kleine Liste machen, schwächen die Bienen stark ab und macht sie damit anfällig gegen diverse Schädlinge, Bakterien oder Viren. Das mit den Medikamenten ist eigentlich ein Teufelskreis weil je mehr man davon einsetzt, desto mehr brauchen die Bienen da sie immer schwächer werden. Das ist keine Nachhaltige Lösung und man kann auch klar erkennen wie stark gerade die „überbehandelten“ Völker in den USA vernichtet werden obwohl sie eigentlich tonnenweise Medikamente bekommen.

In Südamerika sind die Bienen teilweise derart wild dass selbst die Imker, dessen Geruch die Bienen genau kennen, sie teilweise angreifen würden und die Imker müssen daher einen Schutzanzug tragen wenn sie sich an deren Waben „vergreifen“, aber wir Schweizer wollen es halt immer mehr „bequem“ haben und haben teilweise derart zahme Bienen dass man es mit ein wenig Rauch und ohne jeglichen Schutz ausführen könnte. Sowas ist aber keineswegs natürlich, es ist für eine Biene abnormal sich nicht zu wehren wenn man sich an deren Waben „vergreift“. Falls die wilden Bienen den Geruch nicht kennen, greifen sie jeden an der zu nah an die Stöcke rangeht, aber das ist völlig normal, das ist das einzige was auch alle Schädlinge fernhält, so sollte es eigentlich sein. Unsere zahmen „Babybienen“ greifen praktisch niemanden mehr an, und mit ein wenig Rauch kann man ihr Stock praktisch komplett zerstören mit nahezu Null Bienenstichen… sowas ist nicht natürlich und stellt eine generelle Gefahr für das Bienenleben dar. Wilde Bienen dulden grundstätzlich niemandem im Bienenstock und würden auch millimetergrosse Milben angreifen, anstatt einfach teilnahmlos rumzustehen bis alles davon zerstört wurde. Falls die Milbe auf dem Rücken ist muss es natürlich eine andere Biene machen, da die betroffene Biene nicht rankommt, aber sowas ist möglich, gibt keinen Grund wieso es nicht ne andere Biene könnte ausser übertriebene Babyhaftigkeit und null Angriffslust. Diese Eigenschaften haben wir Menschen mit Absicht „hingezüchtet, also man muss wegem schwarzen Peter nicht lange suchen. Im übrigen ist die Milbe für die Bienen nicht zu klein, im ausgewachsenen Stadium ist sie im Grössenverhältnis in etwa so gross wie der Grössenunterschied von Mensch und Hase, also eine Biene kann sie problemlos physisch angreifen wenn sie es würde und die Biene ist natürlich auch stärker.

Wildere Bienen:

Man muss also wieder zu einer natürlicheren Produktion zurück oder ich sehe relativ schwarz für die Zukunft der Bienen. Ausserdem würde es wohl helfen wenn man auch wildere Bienenstämme einführt. In den USA würde sowas kaum gehen da dort die Menschen panische Angst haben vor Bienenschwärme, komischerweise vor AKWs und Atombomben offenbar nicht aber lassen wir das mal beiseite. Wie auch immer, es ist äusserst selten dass ein Mensch jemals wegen einer Biene gestorben war und falls es so war dann auch nur deshalb weil er hochallergisch gegen das Bienengift war und gleichzeitig keine lebensrettende erste Hilfe bekam, dies kann ein lebensgefährlicher Schock im Körper auslösen. Dieses Potential haben aber nur etwa 1% aller Menschen, also eine bedeutende Minderheit. Alle anderen müssen keine Angst davor haben, der Stich kann sogar heilsam sein.

Wegen den Allergikern, da denke ich einfach:

Alle Allergiker sollten sich einfach ausreichend schützen und sich nicht in Risikogebieten (in der Nähe von Stöcken oder wo es viele Blumen hat) aufhalten. Ausserdem generell ihre Lebensweise und Ernährung überdenken, denn eine Allergie kommt meistens nicht von alleine, es ist eine krankhafte Überreaktion des Immunsystems und ist an und für sich keine gesunde Körperfunktion da es selbstzerstörerisch ist ganz ohne Grund. Diese Reaktion kann man mit gesunder Lebensweise und Ernährung stark abschwächen, teilweise sogar das „krankhaft reagierende Immunsystem“ wieder komplett regenerieren, ist aber oft schwierig. Dass man deswegen „Babybienen“ braucht welche niemals stechen undso, finde ich übertrieben, auch agressivere Bienen können durchaus einen Platz haben in der Nähe einer Zivilisation. Ausserdem haben wir besonders in CH einen sehr schnellen Erste Hilfe-Zugang, und falls doch mal ein Schock ausgelöst wird, dann wird einem meistens sofort geholfen ohne dass es gefährlich wird. Also es ist echt äusserst selten dass es für einen Menschen zur Gefahr wird, eine panische Angst davor halte ich für übertrieben. Leute mit nachweislicher Allergie sollten ausserdem immer einen Schall und Kopfbedeckung bei sich haben und falls es irgendwo ein Schwarm in der Nähe hat sich sofort gut damit bedecken und langsam das weite suchen, alles andere ist eigentlich nicht nötig. Es gibt wohl auch ein Gegengift welches man in so einem Fall sofort spritzen könnte. Wie auch immer, das Risiko im Strassenverkehr ums Leben zu kommen ist brachial höher… auch wenn fast keiner Angst davor hat.

Ist auch nicht so dass wilde Bienen pauschal „stechen“, das machen sie auch nur wenn sie sich bedroht fühlen, denn eine Biene muss nach einem Stich zwangsläufig sterben, also sie geben ihr Leben für diese Aktion. Das machen sie nur aus gutem Grund, nicht so wie eine Wespe welche endlos stechen könnte. Eine Biene ist also ein natürlicher „Kamikaze“.

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